Calmont Klettersteig

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Eine Herausforderung, die ich schon länger vor mir hergeschoben habe, war der Calmont an der Mosel. Um diesen, eigentlich recht kurzen, Klettersteig zwischen Ediger-Eller und Bremm, ranken sich schon fast legendäre Geschichten: hart, schweißtreibend, eine echte Herausforderung eben. Immerhin handelt es sich um die steilste Weinlage Europas! 

Darum war ich auch froh, endlich an einem freien Tag diesen Weg in Angriff nehmen zu können – und mir selbst ein Bild vom “warmen Berg” zu machen.

Calmont Klettersteig - Teaser

Allgemeine Infos zum Weg

Der Klettersteig Calmont selbst ist rund 3,5 Kilometer lang, beginnt in Ediger-Eller und führt von dort durch den Weinberg bis nach Bremm. Theoretisch kann man von dort an der Mosel entlang wieder zurück zum Startpunkt oder (wie ich) hoch zum Gipfelkreuz und dann über den Höhenweg zurück zum Bahnhof in Ediger-Eller. In diesem Fall verlängert sich die Strecke auf ca. 7,5 Kilometer und man sollte dann auch ca. 4,5 bis 5 Stunden für die Tour einplanen.

Ach so: sieht man zwar oft, aber bei dieser Wanderung sollte man wirklich auf vernünftiges Schuhwerk achten und (insbesondere bei hohen Temperaturen) genügend zu Trinken mitnehmen.

Parken kann man übrigens am Bahnhof Ediger-Eller (für das Navigatinsgerät: Moselweinstraße, 56814 Ediger-Eller).

Aller Anfang ist schwer

Wie das mit freien Tagen so ist: man kann sich das Datum aussuchen, nicht aber das Wetter: Schon auf dem Weg an die Mosel regnete es Bindfäden. Erst in Cochem klarte es etwas auf. Umkehren? Was anderes machen? Ach was: so schlimm wird es schon nicht werden.

Und so stellte ich mein Auto unterhalb der Eisenbahnbrücke ab, habe mir im Nieselregen den Rucksack angezogen & es ging los Smiley.  Hinter der Brücke befindet sich der eigentliche Einstieg in die Tour – mit Fahne, Sitzecke und Wegebeschreibung.

Calmont Klettersteig - EisenbahnbrückeCalmont Klettersteig - Startpunkt der Wanderung

Der Klettersteig

Das die Tour kein “normaler” Wanderweg ist sondern ein Klettersteig, wird man spätestens dann merken, wenn die ersten Klettereisen, Drahtseile und Leitern im Weg auftauchen.

Calmont Klettersteig - MonorackbahnCalmont Klettersteig - KlettereisenCalmont Klettersteig - Eisenseile zur Sicherung

Zu diesem Zeitpunkt hat es dann auch immer wieder angefangen zu regnen. So war es denn auch kein Wunder, dass ich in kürzester Zeit genauso nass war wie die Weinreben links und rechts des Weges (denn der Klettersteig führt mitten durch die Weinberge hindurch).

Calmont Klettersteig - Leiter zwischen Weinreben Calmont Klettersteig - Moselschiefer Calmont Klettersteig - Aufstieg

Und dann lohnt sich auch ab und an ein Blick in das unter einem liegende Tal mit der Mosel:

Calmont Klettersteig - Blick auf die Mosel

So wechseln sich immer wieder normale Wanderpfade im Weinberg mit kleinen “Kletterherausforderungen” ab. Mal sind das Doppelleitern, mal wieder im Fels verankerte Eisen. Und immer wieder lohnt sich der Blick nach unten ins Tal.

Calmont Klettersteig - Doppel-Leiter Calmont Klettersteig - Ediger-Eller
Calmont Klettersteig - Seilsicherung Calmont Klettersteig - Steigeisen
Calmont Klettersteig - Regen über der Mosel
Calmont Klettersteig - Nasser Stahl
Calmont Klettersteig - Kletterseilpassage
Calmont Klettersteig - Stahlseil

Gipfelkreuz, Höhenweg

Das Ende des Klettersteigs kam dann nach meiner Meinung viel zu früh. Von daher stellt sich die Frage: was tun?

  • Gleicher Weg zurück? Langweilig.
  • Weiter nach Bremm und dann an der Mosel zurück? Auch nicht spannender.
  • Gipfelkreuz und dann der Höhenweg? Warum nicht…

Aber Vorsicht: so aussichtsreich die Aussicht von dort oben ist – der Aufstieg ist ziemlich hart.

Calmont Klettersteig - MoselblickCalmont Klettersteig - GipfelkreuzCalmont Klettersteig - Waldpfad

Aber man wird mit einem tollen Blick auf die Moselschleife belohnt:

Calmont Klettersteig - Moselschleife

Und hat man den Höhenweg erst einmal erreicht, geht es gemächlicher weiter. Aber keineswegs langweilig: der Wanderweg führt an dem Nachbau eines römischen Bergheiligtums vorbei und auch der Vierseenblick liegt nur wenige Meter vom Höhenweg entfernt.

Calmont Klettersteig - römisches HeiligtumCalmont Klettersteig - Aussichtsplattform
Calmont Klettersteig - Vierseenblick

Und so geht es weiter, teils durch schönen Buchenwald, in Richtung Ediger-Eller, Bahnhof und damit auch zum Abschluss der Tour.

Calmont Klettersteig - BuchenCalmont Klettersteig - am Ziel

Höhenprofil

Hier das Höhenprofil der Wanderung (der eigentliche Klettersteig geht allerdings nur bis Kilometer 3, danach kommt der “Ausflug” zum Gipfelkreuz):

Höhenprofil

GPS-Track-Aufzeichnung

Nachfolgend ist die Wanderung in Form einer Google® Maps-Karte dargestellt. So kann man sich schon im Voraus über den Streckenverlauf informieren und ggf. eigene Planungen darauf abstimmen.

Fazit

Der Calmont hat für mich seinen “Schrecken” verloren: er ist ein schöner Klettersteig, der besonders im Sommer sehr schweißtreibend sein wird. Meine Tour war aufgrund des Regens eher ein zweifelhaftes, aber vor allen Dingen nasses Vergnügen. Auch empfand ich den Aufstieg zum Gipfelkreuz des Höhenweges als sehr viel anstrengender als den Klettersteig selbst. Trotzdem: Ich kann die Tour guten Gewissens weiterempfehlen (eventuell als Vorbereitung für den Mittelrhein Klettersteig bei Boppard …?).

Weiterführende Seiten

Auch zu diesem Wanderweg gibt es natürlich noch zig andere Fundstellen im Internet. Hier eine kleine Auswahl:

  • Toptreffer bei Google®, wenn man nach dem Calmont Klettersteig sucht, ist die Seite http://www.calmont-klettersteig.com/  Auf den ersten Blick zwar etwas “altbacken” sind hier doch wertvolle Informationen rund um den Klettersteig zu finden (auch zur Geschichte und Entstehung dieses Wanderweges).
  • Der Calmont wird auch auf der Seite Klettersteige.de gelistet ► Link.
    Tipp: Auf der Seite ist weiter unten ein Video des SWR aus der Reihe “Wandercheck” eingebunden.

2 Kommentare Add yours

  1. Im Frühjahr und Herbst bei gutem Wetter einfach der Knaller.
    Der Aufstieg hoch zum Gipfelkreuz ist die Hölle für die Waden, davon kann ich mehrere Lieder singen, aber dort oben ist der Blick ein Träumchen und am Wochenende winken in der Saison Wein und Wurst am Gipfelkreuz und haufenweise Paraglider,

    LG Elke

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    1. Nicht nur die Waden, Elke: ohne den Aufstieg zum Gipfelkreuz hätte das auch ein netter Spaziergang sein können …🙂

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