Madeira Wanderung – 25 Quellen / Rabacal

War die erste Wanderung noch mehr ein Spaziergang, ging es bei der zweiten Tour schon eher zur Sache. Und das lag nicht unbedingt an der Strecke: Zwar lag der Startpunkt der Wanderung auf 1.290 m, war mit 10 km aber ebenfalls überschaubar. Nur das Wetter war uns an diesem Tag nicht wohlgesonnen. Trotzdem: Auch die 2. Madeira-Wanderung hat das Prädikat „empfehlenswert!“ verdient – und im Artikel erfahrt Ihr auch, warum.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - Teaser


Allgemeines zur Tour

Bei dieser Wanderung standen zwei Highlights auf dem Programm: Der Risco Wasserfall und die 25 Quellen. Startpunkt war eine Hochebene im Nordwesten der Insel, oberhalb des Forsthaus von Rabacal. Die Strecke war mit 10 km, der Schwierigkeitsstufe „mittel“ und einer durchschnittlichen Wanderzeit von 4 Stunden angegeben.

Startpunkt, Forsthaus Rabacal

Schon beim Aussteigen aus dem Bus wurden wir von Nieselregen begrüßt. Und schon hat man die erste Lektion gelernt: Das Wetter auf Madeira kann (obwohl das Eiland gar nicht so groß ist) in einem anderen Teil der Insel ganz anders sein. Beim Hotel in Funchal im Süden der Insel sind wir nämlich bei eigentlich gutem Wetter gestartet. Aber zum einen sind wir bei der Anfahrt auf die nördliche Seite der Insel gewechselt (und das Gebirge hat hier – wie so oft – die Funktion einer Wasserscheide) und zum anderen sind wir von Meeresniveau auf satte 1.290 m kutschiert worden.

Egal. Wären nicht die Hinweisschilder auf Portugiesisch gewesen, man hätte den Eindruck haben können, in den schottischen Highlands ausgesetzt worden zu sein. Nieselregen, Nebelschwaden, die über die sanften, grünen Hügel wabern. Und Wanderer, die sich in die mitgebrachten Regenklamotten hüllen. Bei letzterem weiß ich jetzt nicht, ob das auch unbedingt in das Bild der Highlands gehört. Hier war es so.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - der StartpunktMadeira Wanderung - 25 Quellen - Regensachen raus

Gemächlich geht es vom Parkplatz bergab. Durch – Heidelandschaft. Erika wohin das Auge sieht. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Gleich die nächste Lektion gelernt: Nach unseren ersten Ausflügen in Funchal hätte man meinen können, die ganze Insel wäre ein einziges, subtropisches Paradies. Aber über 1.000 m über NN muss auch hier die Natur zurückstecken.

Doch auch hier gilt, dass der Heidebewuchs noch einen Tick grüner und kräftiger ist als bei uns. Und beileibe nicht nur als Bodenbewuchs daherkommt, wie man es beispielsweise von den Wacholderheiden her kennt.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - HeidekrautMadeira Wanderung - 25 Quellen - sattes Grün

Und immer wieder diese Blicke in die Berglandschaft, auf die grünen Talwände, an denen nur hier und da, an besonders steilen Stellen, der nackte Fels hervortritt.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - Geniale Ausblicke

So windet sich der Weg durch eine urwüchsige Heidelandschaft, gibt an den verschiedensten Stellen den Blick ins Tal frei – und aus dem Nieselregen ist langsam aber sicher ein richtiger Dauerregen geworden.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - Knorrige BäumeMadeira Wanderung - 25 Quellen - Nebelschwaden

Ein Regen, der uns noch für lange Zeit auf dieser Wanderung begleiten wird. Am Forsthaus Rabacal gabelt sich der Weg: Nach rechts geht es zum Wasserfall, links zu den 25 Quellen.

Cascada da Risco (Wasserfall)

Ab hier geht es auch nicht mehr bergab sondern an dem Levada entlang. Und das gleich zweimal: Da der Weg ab dem Wasserfall gesperrt ist, muss man von dort wieder zurück zur Wegegabelung.

Der Weg zum Wasserfall wird auch hier von knorrigen Heidebäumen flankiert. Der Abhang auf der anderen Seite ist dabei mal mehr, mal weniger steil – aber immer tief. Aber an den haarigsten Stellen sind Drahtseile gespannt.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - der LevadaMadeira Wanderung - 25 Quellen - an Bäumen vorbei

Schon von weitem öffnet sich der Blick auf die Steilwand des Lagoa do Vento. Hier stürzt das Wasser aus der Hochebene 100 m in die Tiefe.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - Wasserfall

Blick auf den Wasserfall

Bis hier hatte der Regen etwas nachgelassen und so zogen auch wieder Nebelschwaden an den Berghängen vorbei.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - Nebel

25 Quellen

Der Rückweg verlief anfangs noch (fast) trocken und so konnte man den ein oder anderen Seitenblick auf den Levada oder auf die Vegetation am Wegesrand werfen.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - Levada (Detail)Madeira Wanderung - 25 Quellen - alles nass :-)

Allerdings nicht für lange. Kurz nach der Abzweigung am Forsthaus ging es dann wieder los. Und ein bisschen hatte man jetzt das Gefühl, im Regenwald unterwegs zu sein.

Nichtsdestotrotz habe ich an den 25 Quellen dann doch nochmal die Kamera ausgepackt, weil es sich hier wirklich um ein tolles Naturspektakel handelt.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - die Quellen

Allerdings hatten wir weit mehr als „fünfundzwanzig“ Quellen, da es dank des Regens von überall her rauschte und plätscherte.

Der Rückweg

Notdürftig unter einem Felsvorsprung wurde etwas gegessen und dann auch schon der Rückweg angetreten. Der führte uns durch einen der vielen Levada-Tunnel. Der erste, den wir hier kennenlernten, hat eine länge von 800 m und bringt den Wanderer von der Nord- zurück zur Südseite.

Wichtig, wenn man selbst eine solche Wanderung plant: Taschenlampe nicht vergessen. Die Tunnel sind meist eng, man teilt sich die Bodenfläche mit dem Levada, für den dieser Durchbruch ja eigentlich gemacht wurde – und die Deckenhöhe ist auch nicht immer so, dass man aufrecht gehen kann.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - der TunnelMadeira Wanderung - 25 Quellen - auf der anderen SeiteMadeira Wanderung - 25 Quellen - Tropenfeeling

Nach gefühlten 10 min in der ungewohnten Umgebung taucht man auf der anderen Seite der Berge wieder auf – und glaubt, dass man den Regen und alles andere nur geträumt hat: Das blaue Meer ist zu sehen, der Himmel lacht und es ist warm.

Verrückt.

In dem kleinen Örtchen Estreito da Calheta haben wir (vor der eigentlichen Rückfahrt zum Hotel) dann noch eine kleine Pause eingelegt. Mit Blick auf das Meer. Bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und gut 26 ° C. Da fragt man sich, wie unterschiedlich (oder – aus unserer Sicht – ungerecht Smiley) das Wetter aufgeteilt wird.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - CafeMadeira Wanderung - 25 Quellen - was zum aufwärmen 

Aber um so besser hat der Kaffee (und noch mehr der Poncha) getan.

Fazit

Geniale Wanderung, bei er das Wetter zwar diesmal nicht auf unserer Seite war, die aber trotzdem mit einer üppigen, urwüchsigen Natur, einem tollen Wasserfall und den 25 (und mehr Smiley) Quellen überzeugen konnte. Und vergessen ließ, dass man fast den ganzen Tag im Regen marschiert ist und die Sonne erst wieder auf der anderen Seite der Berge zu sehen bekam. Aber im Nachhinein denke ich, dass diese etwas rauere Seite von Madeira vielleicht genau ein solches Wetter braucht, damit man den richtigen Eindruck von diesem Teil der Insel erhält …  

Meine Tracks-Aufzeichnung

Als ausgewiesener Fan der Google Android App Meine Tracks (► Link) versuche ich, wo immer möglich, den Verlauf der Wanderung aufzuzeichnen und hier in Form einer Google® Maps-Karte darzustellen. So kann man sich schon im Voraus über den Streckenverlauf informieren und ggf. eigene Planungen darauf abstimmen.


Unterbringung

Dies war unser erster Besuch auf Madeira. Daher stand – neben den Wanderungen – natürlich auch das Kennenlernen der Insel im Mittelpunkt. Aus diesem Grund haben wir uns für eine Pauschalreise von Berge & Meer (► Link) entschieden: Acht Tage, bei denen drei geführte Wanderungen enthalten waren. Eine für uns ideale Mischung.

Untergebracht waren wir dabei im Hotel Madeira Panoramico SternSternSternStern (► Link). Und bei diesem Haus ist der Name Programm: Das Haus liegt auf einem Hang oberhalb von Funchal, der Inselhauptstadt und man hat einen genialen Blick auf die Stadt und das Meer.

Madeira Wanderung - 25 Quellen - Hotelausblick
Madeira Wanderung - 25 Quellen - Was für ein Panorama

Der Ortsteil São Martinho ist lediglich 3,5 km vom Zentrum entfernt, das Hotel stellt werktags einen kostenfreien Busshuttle zur Stadtmitte und am Sonntag kann man mit den Stadtbus von Funchal fahren, der an einer Bushaltestelle direkt vor dem Hotel abfährt.

Weiterführende Links

Wie immer gibt es auch zu dieser Strecke sehr viele Hinweise und weiterführende Hilfestellungen im Internet. Die für mich und meine Planung wichtigsten habe ich nachfolgend aufgeführt:

  • Einen ersten Eindruck und Hintergrundinfos bekommt man mit dem Artikel der Wikipedia zu ► Madeira.
  • Einen bunten Querschnitt zum Leben auf Madeira, aktuellen Infos, etc. erhält man über die Seite ► Madeira Live.

Weitere Wandertouren

Neben dem vorliegenden Artikel findet man zum Thema Wandern noch weitere Beiträge hier im Blog. Einfach dem ► Link zur Übersichtsseite Wandertouren folgen.