Mein Wechsel vom Galaxy Nexus zum HTC One

Wie ich mein Samsung Galaxy Nexus mit Stock-Android gegen ein HTC One mit Sense tauschte – und warum der Wechsel gar nicht so schwer fiel und prima geklappt hat.

FromNexusToHTCOne


Warum eigentlich wechseln …?

Aufgrund des Wechsels des Mobilfunkanbieter stand ich vor kurzem vor der Entscheidung, entweder mein Samsung® Galaxy Nexus zu behalten oder ein neues Smartphone auszuwählen. Nun war ich mit dem Nexus zufrieden, hatte mich mit den wenigen Schwächen arrangiert und von daher eigentlich gar keine Lust, mir ein neues Handy zu suchen.  Auf der anderen Seite hieß das: Zwei weitere Jahre das Nexus zu nutzen. Und Google hatte vor kurzem mit dem “No!” für das Update auf Android 4.4 nicht unbedingt für Begeisterung bei mir gesorgt. Umgekehrt war die Auswahl an Geräten beim neuen Provider Vodafon zwar groß,  aber nicht unbedingt nach meinem Geschmack: Kein einziges Nexus-Gerät wurde angeboten.

Unterm Strich ergab sich also folgendes Bild:

  • Zufrieden mit dem Galaxy Nexus
  • Aber definitiv kein Update auf Android 4.4
  • Kein neues Nexus-Gerät als Nachfolger in Sicht
  • Alternative: Zwei Jahre auf das nächste Smartphone warten

Nach einigem hin und her bin ich zu dem Schluss gekommen,  das mir zwei Jahre einfach zu lang waren und durch das fehlende Update von Google auch der Nexus-Bonus ein paar Schrammen davon getragen hatte.  Zwar bin ich immer noch ein Fan der Nexus-Reihe, aber auch hier ist offenbar nicht alles Gold was glänzt.

Die Auswahl

Es musste also ein Nachfolger her.  Zur Auswahl standen das Samsung Galaxy S4, das HTC One,  das LG G2 und das Sony Expira Z.  Zunächst hatte ich mir verschiedene Testberichte angeschaut.  Und davon gibt es jede Menge im Weg (mein Tipp: Die Jungs von BestBoyz machen da mit Ihrem YouTube-Channel einen super Job und haben viel zu meiner Entscheidung beigetragen ► Link).

Die Hardware  aller genannter Smartphones war hiernach okay und wäre für meine Zwecke mehr als ausreichend: Jedes hätte der Nachfolger werden können.  Nun bin ich als Nexus-Fan natürlich eine eher klare Oberfläche gewohnt und darum habe ich mir auch die von den Herstellern angepassten Android-Aufsätze genauer angeschaut.  Und hier trennte sich dann meiner Meinung nach schnell die Spreu vom Weizen: Sony und LG haben eine viel zu große Funktionsvielfalt integriert, die aus meiner Sicht keinen Vorteil bietet. Das wirkte auf mich im Gegenteil unübersichtlich und überfrachtet.  Auch Gimmicks wie Fenster auf dem Smartphone habe ich bisher weder vermisst noch mir jemals herbei gewünscht. Etwas besser kam die Samsung-Oberfläche TouchWiz weg,  aber hier wirkt alles doch sehr bunt und verspielt: Auch nicht wirklich mein Geschmack.

Den besten Eindruck machte das HTC One mit der Sense-Oberfläche: Klare Linie und wenige Anpassungen lassen doch mehr Nähe zu Stock-Android erkennen.  Am ehesten wurde bei den Reviews noch der BlinkFeed bemängelt,  eine eigene Nachrichtenzentrale, die aber in der Ur-Version nur eingeschränkt konfiguriert und vor allem nicht deaktiviert werden konnte. Auch wurde die Kamera wurde als eher durchschnittlich bewertet.

Trotzdem : Von den Smartphones,  die ich mir zur Auswahl standen,  machte das HTC One den besten Gesamteindruck.  Einmal noch bei einem Kollegen das Gerät (in der schwarzen Version) in die Hand genommen und es war klar: Das nächste Handy wird ein HTC werden! Die Haptik ist eine Klasse für sich –  kein Vergleich mit dem Galaxy Nexus oder dem S4! Wer das HTC One einmal angefasst hat, der weiß: Das ist ein echter  Handschmeichler!

Technische Daten

Das HTC One (silber)  ist ja nicht wirklich neu, da es ja schon Anfang 2013 auf den Markt kam.  Von daher sind auch die technischen Daten überall im Internet zu finden. Hier noch einmal die wichtigsten Eckdaten:

Display 4,7 Zoll
Auflösung 1920 × 1080, 468 ppi
Prozessor Qualcomm Snapdragon 600, Quad-Core 1,7 GHz
Arbeitsspeicher 2 GByte
interner Speicher 32 GByte
Kamera 4 Megapixel (Ultrapixel)
Betriebssystem Android 4.1.2 (mittlerweile 4.3)
Akku 2300 mAh LiPo
Gewicht 143 Gramm

Und eine Woche nach der Bestellung kam dann das ersehnte Päckchen an:

HTC One - Unboxing 1HTC One - Unboxing 2HTC One - da liegt esHTC One - die Rückseite

Ich habe mich bewusst für die Silbervariante entschieden,  da ich finde,  das diese einfach besser zu den verbauten Materialien (= Alu) passt.  Ferner sollen die farbigen Versionen zumindest etwas empfindlicher gegen Kratzer sein (was ja irgendwie auch logisch wäre).

Einrichtung / erste Schritte

Ein kleiner Kulturschock war als Nexus-User natürlich die Sense-Oberfläche von HTC. Aus Herstellersicht verstehe ich den Ansatz: Man will ein Alleinstellungsmerkmal zum Mitbewerb haben.  Nur wenn man Stock-Android gewohnt ist und weiß,  was dort wie wo geht oder aufgerufen werden kann,  kommt man (unvorbereitet)  bei den ersten Schritten wohl ins Straucheln.  Auch wenn die Eingriffe von Sense noch harmlos sind: Einiges ist schon anders. Und einiges erschließt sich nicht auf den ersten Blick (oder den zweiten, oder dritten …). Smiley

Hilfreich waren da die verschiedenen How-To-Videos,   die es im Web gibt und die einem bei der Eingewöhnung helfen.

Hier nur einige Beispiele:

  • Allgemeine Tipps & Tricks ► Link
  • Tipps und Tricks von Mobilegeeks ► Link
  • Der App-Drawer ► Link

Im Alltag

Im Tagesgeschäft schlägt sich das HTC One super: E-Mails abrufen oder beantworten, Terminverwaltung oder Social Networking auf Google Plus oder Twitter laufen genauso gut –  teilweise sogar noch flüssiger als auf dem Galaxy Nexus.  Und dem Lob für den Sound und das Display,  das man in nahezu allen Berichten lesen kann,  schließe ich mich ohne Wenn und Aber an: Das betrachten von Fotos auf meinem HTC One macht einfach nur Spaß,  der Sound der Lautsprecher ist eine Klasse für sich und in Kombination mit der Videoausgabe ist dieses Smartphone einfach das Referenzgerät schlichthin.  Und –  Galaxy Nexus-User werden das jetzt verstehen –  man hört endlich das Klingeln des Handys! Das mag jetzt doof klingen, aber wenn mich jemand auf dem One anruft,  höre ich es, egal,  ob die Umgebung etwas lauter ist oder das Gerät in der Lederhülle und/oder der Jackentasche steckt!  Ein Umstand,  den ich vom Samsung her nicht kannte und der einer meiner Hauptkritikpunkte war.

Zur Laufzeit kann ich sagen: Passt.  Bei starker Nutzung (z. B.  bei Events oder ähnlichem) ein Tag. Da kann es dann aber auch schon mal knapp werden.  Bei normalem Gebrauch sind knapp zwei Arbeitstage drin.  Bei aktiviertem Energiesparmodus,  der aber keinerlei negative Auswirkungen auf das Laufzeitverhalten des Phones oder von Apps hat.  Perfekt.

Was ich vermisse

Nach einer Woche hatte ich so ziemlich alle Apps zusammen,  die ich auf dem HTC One nutzen wollte – und es fehlt nix!  Was ja eigentlich auch kein Wunder ist,  da ich ja nicht die Betriebssystemplattform gewechselt habe.  Und mit dem Update auf Android 4.3 ist auch der Unterschied zum Galaxy Nexus kaum noch spürbar.

Aber an ein ein paar Kleinigkeiten muss ich mich noch gewöhnen :

  • Datenverbrauch: War der Datenverbrauch auf dem Nexus prominent über die Task-Bar verfügbar und sehr übersichtlich, ist er unter Sense in den Einstellungen vergraben. Schade: Werfe ich doch ab und an mal einen Blick drauf.
  • Akkuanzeige: Man kann zwar den Prozentwert in der Benachrichtigungsleiste einblenden, aber will man mehr Infos, bleibt wieder nur der Weg  in die Einstellungen (oder eine Third-Party-App).
  • Fehlende Photosphere-Funktion.  Die gibt es derzeit nur in der Stock-Android Kamera-App.  Schade –  aber auch nicht so schlimm,  weil man die einfach nachinstallieren kann (siehe unten).
  • Kamera.  Ist so ein bisschen zwiespältig.  Besser als beim Nexus –  keine Frage.  Aber auch kein Wunder,  da die Cam dort auch unterdurchschnittlich war.  Beim HTC One kommen manchmal sehr gute Aufnahmen heraus –  aber manchmal auch sehr schlechte. Da muss ich mich wohl noch ein bisschen reinfuchsen.

Das war`s dann auch schon.

Was besser als beim Galaxy Nexus ist

Das könnte eine lange Liste werden,  aber das meiste kann man ja schon dem Artikel entnehmen,  daher hier nur eine kurze Zusammenfassung:

  • Form und Wertigkeit: Kein Vergleich zum Samsung-Plastik!  Das HTC One fühlt sich einfach gut und wertig an, die Verarbeitung ist perfekt und man hat es einfach gerne in der Hand.
  • Display: Top und in der Größe genau richtig (mehr und man müsste das Handy mit beiden Händen bedienen).  Darstellung –  perfekt.
  • Sound: Es gibt nichts besseres auf dem Markt. Hier ist das HTC One mit Boom-Sound einfach die Referenz für alle anderen Smartphones.

HTC One - HomescreenHTC One - Aufgeräumte Oberfläche

Blink Feed

Am Anfang ein leidiges Thema –  die Nachrichten-App von HTC.  Und ich gebe zu: Nach dem, was ich im Internet im Vorfeld gelesen habe, war auch ich skeptisch : Von der Idee her gut (= sammelt Nachrichten aus sozialen Netzwerken oder anderen Quellen und stellt diese in einem Stream dar).  Nur ließ sich das Teil nicht deaktivieren,  nur sehr eingeschränkt konfigurieren und war per Default der Startbildschirm.  

Aber mit dem Update auf Sense 5.5 hat HTC nachgelegt –  und gelernt (was Microsoft zwar auch oft sagt, aber meistens anders umsetzt):

  • Blink Feed kann deaktiviert werden.
  • Die App kann jetzt individueller eingerichtet werden (ganz wichtig: Google Plus!)

Und darum ist auch meine Skepsis geschwunden und ich nutze Blink Feed weiterhin. Nicht für gezielte Recherchen (das mache ich dann doch lieber mit den jeweiligen Apps) sondern wenn ich „nur mal so“  durch den digitalen Nachrichtenstream blättern will.

HTC One - die Schaltzentrale HTC One - BlinkFeed HTC One - Einstellungen

Mein Tipp für alle “Neuen”: Nicht direkt deaktivieren sondern einrichten & eine Zeitlang testen. Vielleicht findet Ihr auch gefallen daran?

Welche Apps ich nutze

Meine Hauptprogramme (u.a. Gmail,  Twitter-Client,  Google Plus)  waren ja schon auf dem HTC One vorhanden.  Und dank der Umzugs-App von HTC ist der Rest nahezu automatisch installiert worden.

HTC spezifisch habe ich mir anschließend folgende Apps installiert,  da mir die entsprechenden Funktionen (im Vergleich zum Galaxy Nexus) einfach fehlten:

  • Stock-Android Kamera 4.3: Bekommt man nicht im Google Play-Store sondern muss man sich manuell installieren (XDA Developer Forum).  Damit habe ich die Photoshere-Funktion wieder an Bord, die ich nicht mehr missen wollte!
  • QuickOffice: Hatte ich mich auf dem Nexus dran gewöhnt,  ist kostenlos,  habe ich auf dem Nexus 7 und es hat die bessere Drive-Anbindung.
  • Google Android Tastatur: Nur aus Gewohnheit,  weil die HTC Tastatur an sich nicht schlecht ist, aber auch keine Vorteile gengenüber der Stock-Android Tastatur bietet.

Das war es auch schon.  Den Rest nutze ich so wie ich es vom Nexus her gewohnt bin.

Positiv anzumerken ist noch,  das HTC kaum Carpware installiert,  die man nicht braucht (und die man nicht deinstallieren kann).  Und das wenige,  das man dann doch nicht löschen konnte,  kann man im App-Drawer einfach ausblenden.

Fazit

Ich habe den Wechsel zum HTC One nicht bereut und genieße im Gegenteil die Vorteile, die sich durch das neue Smartphone ergeben.  Auch wenn ich immer noch ein Fan der Nexus-Reihe aus dem Hause Google bin (= den Grobentwurf dieses Artikels schreibe ich gerade auf meinem Nexus 7)  war die Umstellung von Stock-Android nicht halb so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe.  Das hat mich positiv überrascht. Das liegt aber auch daran, dass HTC mit der aktuellen Sense-Oberfläche – von einigen Ausnahmen abgesehen – ziemlich nah am Standard ist.

Bleibt natürlich abzuwarten,  wie sich das in den kommenden zwei Jahren weiter entwickelt.  Aber bisher bin ich positiv angetan. Und hoffe, das es so bleibt. Immerhin ist das Update auf 4.4 von HTC schon angekündigt,  was zumindest dafür sorgen wird,  das ich noch die nächste Android-Generation mitbekommen werde.