Traumschleife Rheingold

P1010839Rheingold – allein bei dem Namen tauchen bei vielen von uns ganz automatisch Bilder von Siegfried, den Walküren oder auch Drachen vor dem geistigen Auge auf. Oder an den sagenumwobenen Schatz. Selbst die Google-Suche spuckt bei diesem Schlagwort nicht weniger als 4,13 Millionen Treffer aus: Von der berühmten Wagner-Oper bis hin zum legendären Fernreisezug der Bundesbahn: Rheingold bewegte und bewegt die Menschen.

Vielleicht war das auch der Grund für die Namensgebung der Traumschleife Rheingold. Seit 2012 lädt dieser, in direkter Nähe zur Stadt Boppard gelegene, Premiumwanderweg dazu ein, sich selbst auf die Suche nach dem Rheingold zu begeben …

Allgemeines zur Tour

Dabei ist es nicht der erste Wanderweg der neueren Zeit, der diesen großen Namen trägt: Fast in unmittelbarer Nachbarschaft findet man den Traumpfad Rheingoldbogen (► Link).

Als Startpunkt für die ca. 10,7 km lange Strecke wird der Wanderparkplatz am Patelsbach angegeben, direkt an der Kreuzung der beiden Kreisstraßen K 114 und K 115 gelegen. Übrigens auch der einzige, offizielle Einstiegspunkt in den Wanderweg, der unterhalb der Ortschaft Rheinbay liegt. Für die Anfahrt von der Autobahn A61 kommend ist die (nicht ganz zutreffende) Vorgabe „Kirchstraße Boppard“ im Navi aber ausreichend.

Der Weg wird als mittel schwer und mit einer Laufzeit von ca. 4 Stunden angegeben, die ich aber an diesem Tag nicht gebraucht habe.

Nach dem Start empfängt den Wanderer zunächst eine Streuobstwiesenlandschaft, die gerade jetzt im Frühjahr mit üppiger Blütenpracht wuchert.

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Der Weg führt am Ortsrand der kleinen Gemeinde Holzfeld vorbei und nimmt dann Kurs auf den Namensgeber der Traumschleife: Den Rhein. Erstes Zwischenziel ist der Wilbertskopf, der den ersten von vielen, wunderschönen Ausblicken auf das Rheintal eröffnet. Gerade so, wie man es sich vom „romantischen“ Rheintal wünscht. Und darum bietet der Wilbertskopf gleich mehrerer solcher Punkte: Den Wingertsberg, Wilbertskopf und Elberheider Blick. Ein Motiv beeindruckender als das andere – und man ist versucht, die Landschaft nur noch durch den Sucher der Kamera zu betrachten. Ganz klar: Dieser Weg ist nicht nur etwas für die Romantiker und Sagenfreunde – auch Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Es ist schon fast eine Art Erholung, wenn der Weg den Wanderer jetzt bei der Hand nimmt und durch lichten Wald (durch den man aber immer wieder versucht, einen Blick auf das Rheintal zu erhaschen) zum nächsten Aussichtspunkt geleitet: Der Europakuppel. Von weitem sieht es fast so aus, als ob die kleine Schutzhütte schon besetzt wäre, doch der Schein trügt. Kein Trug ist jedoch der phantastische Ausblick, der einem hier, oberhalb der Ortschaft Hirzenach, geboten wird.

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Blick ins Rheintal

Ab der Europakuppel wird es dann anstrengend. Zunächst wendet sich der Weg hinunter ins Tal des Patelsbachs. Aber man weiß es genau: Das wird nicht ewig so weiter gehen und der Berg auf der gegenüberliegenden Seite wird mit jedem Schritt in Richtung Hirzenbach höher und steiler. Beim Erreichen der K115 dann die Überraschung: Ein „Rheingold-Umleitungsschild“. Dieses führt entlang der K115 bis zum Ortseingang, um dann – unterhalb des Weinbergs – scharf nach links abzubiegen. Und dann bergauf. Bergauf. Bergauf. Zunächst auf einem Wirtschaftsweg, dann Waldpfad und dann über Treppenstufen in den alten, jetzt überwucherten Weinbergsmauern.

Aber bekanntlich ist auch der längste Aufstieg irgendwann zu Ende. Und wieder wird man in der für die Traumschleife Rheingold üblichen Währung für die Mühen entlohnt: Panoramaausblicke satt!

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Nach der langen Zeit mit dem Blick auf das Rheintal ist der Blick über das weite Plateau „Ginsterstück“ eine willkommene Abwechslung.

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Der Weg wendet sich nunmehr vom Rhein ab und nimmt Kurs auf die verbleibenden Highlights. An einer Schutzhütte vorbei geht es jetzt zur anderen Seite mit dem Keltenringwall (hier war wohl mal die höchste Stelle einer alten Keltensiedlung auf dem Ginsterstück). Aber auch die Ausblicke in das Seitental sind einen Blick wert:

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Schwenk über das Seitental des Weilerbachs

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Durch den Wald geht es jetzt weiter in Richtung Edgar Reitz-Blick. Damit konnte ich im ersten Moment gar nichts anfangen. Ein Schuh wird daraus, wenn man weiß, dass Edgar Reitz der Schöpfer der Fernsehserie „Heimat“ ist und es darin eine Szene gab, in der dieser Aussichtspunkt eine Rolle spielte.

Und der Platz ist wohl zu recht ausgewählt worden:

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Interessant fand ich auch die anschließende Wegeführung der Traumschleife, da man schnurstracks den Hügel hinab über die weite, offene Wiese auf die Rheinschleife zu läuft.

Hat was.

Von nun an geht es wieder zurück in Richtung Wanderparkplatz, wobei die offene Wiesenlandschaft zurückbleibt und von Streuobstwiesen oder Wald abgelöst wird.

Insgesamt ein sehr beeindruckender Weg, der viele, wunderschöne Ausblicke auf das Rheintal liefert. Und ein abwechslungsreicher Weg obendrein. Von daher kann ich diesen Weg nur allen empfehlen: Meiner Meinung nach eine der besten Traumschleifen, die ich bisher gewandert bin.

Fotos der Wanderung

Nachfolgend einige Fotos der Wanderung. Da diese Fotos von mir bei Windows® Live© SkyDrive veröffentlicht werden, entweder auf den Link DIASHOW ANZEIGEN oder die Überschrift klicken (die direkte Anzeige von Einzelbildern ist bei Verwendung von SkyDrive – leider – nicht möglich).

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MyTracks-Aufzeichnung

Als ausgewiesener Fan der Google Android App Meine Tracks (Link) versuche ich, wo immer möglich, den Verlauf der Wanderung aufzuzeichnen und hier in Form einer Google® Maps-Karte und einer kleinen Statistik darzustellen. So kann man sich schon im Voraus über den Streckenverlauf informieren und ggf. eigene Planungen darauf abstimmen.

Gesamtstrecke 12,29 km
Gesamtzeit 2:35:59
Zeit in Bewegung 2:27:26
Durchschnittliche Geschwindigkeit 4,80 km/h
Durchschnittliche Geschwindigkeit in Bewegung 5,08 km/h
Maximale Geschwindigkeit 10,36 km/h
Durchschnittliches Tempo 12,49 min/km
Durchschnittliches Tempo in Bewegung 11,80 min/km
Maximale Höhe 360 m
Minimale Höhe 166 m
Höhenunterschied 610 m
Aufgezeichnet 03.05.2013 11:00

Weiterführende Links

Wie immer gibt es auch zu dieser Strecke sehr viele Hinweise und weiterführende Hilfestellungen im Internet. Die für mich und meine Planung wichtigsten habe ich nachfolgend aufgeführt:

  • Da die Traumschleifen zum Saar-Hunsrück-Steig gehören, lohnt sich immer zunächst ein Blick auf die Seite des Saar-Hunsrück-Steigs (► Link).
  • Auch die Stadt Boppard und deren Touristik Information stellen Material in Form von Flyern und Übersichtskarten zur Verfügung (► Link).
  • Last but not least die Jungs & Mädels von outdooractive, die auch zu dieser Wanderung einen interaktiven  Tourenplaner zur Verfügung stellen (► Link).

Über- und Rückblick

Übersicht Traumschleifen

Außer dem vorstehenden Artikel sind bereits folgende Beiträge zu anderen Traumschleifen des Saar-Hunsrück-Steigs hier im Blog veröffentlicht worden:

  • Traumschleife Elfenlay (► Link)
  • Traumschleife Fünfseenblick (► Link)
  • Traumschleife Hasenkammer (► Link)
  • Traumschleife Burgstadt-Pfad (► Link)
  • Traumschleife Masdascher Burgherrnweg (► Link)
  • Traumschleife Baybachklamm (► Link)