Microsoft führt Änderungen bei SkyDrive durch

Fast unbemerkt hat Microsoft einige Neuerungen bei seiner “Online-Festplatte” SkyDrive umgesetzt. SkyDrive ist – ähnlich wie DropBox – ein Onlinespeicher, den es schon längere Zeit automatisch zusammen mit der Windows-Live-ID gibt (oder auch einem Hotmail-Account). Gepunktet hat SkyDrive vor allem mit dem kostenfreien Speichervolumen von 25 GB, für die man allerdings Schwächen bei der Anbindung a la DropBox in Kauf nehmen musste. Beides hat sich nun geändert …

SkyDrive2012-04-24 19h13_18Zunächst das Positive: Microsoft hat es – beinah möchte man sagen: Endlich – geschafft, SkyDrive fast genauso komfortable in das Betriebssystem zu integrieren wie DropBox! Wer schon einen Windows-Live-Account hat: Einfach mal anmelden (hier zur Sicherheit der Link), die Anwendung herunterladen und installieren. Das ganze bindet sich automatisch in den Windows-Explorer ein und man kann auf “sein” SkyDrive-Laufwerk wie auf eine lokale Festplatte zugreifen. Klappt selbst auf meinem – jetzt schon etwas in die Jahre gekommenen – Windows Vista problemlos. Gut so! Okay: Kennen wir von DropBox schon länger und ist somit keine echte Neuheit. Aber zumindest kann man den Onlinespeicher jetzt vernünftig nutzen.

Verschiebt man Daten in einen der Ordner von SkyDrive, erfolgt die Synchronisierung zwar gefühlt sehr langsam (kann natürlich auch an meiner DSL-Leitung liegen). Aber zumindest wird über ein Tray-Icon darüber informiert, was das Programm gerade macht:

SkyDrive2012-04-23 21h41_22

Tipp: Rechter Mausklick auf das Icon und man bekommt eine – wenn auch sehr einfache! – Konfigurationsmöglichkeit für das Programm.

Während also SkyDrive damit beschäftigt ist, die Daten in die Microsoft-Cloud zu schaufeln, lohnt vielleicht ein Blick auf die Apps, die nun Verfügbar sind. Man erinnert sich: Für Windows Phone 7 und das Apple iPhone gab es schon länger mobile Anwendungen für SkyDrive. Und wenn man auf der Übersichtsseite den Link ganz unten (Weitere SkyDrive-Apps) folgt, kommt man – auch eine Neuerung – auf eine Seite, auf der gleich vier (!!!) SkyDrive-Apps für Android aufgeführt sind!

Wow.

Allerdings: Wenn man genau hinschaut, ist

  • Microsoft® OneNote nicht neu und auch nur für das Speichern von Notizen in der Cloud zuständig.
  • Portfolio für SkyDrive nur für Fotos einsetzbar.
  • Cloud Explorer for SkyDrive eine kostenpflichtige App (derzeit 1,50 €)
  • Browser for SkyDrive zwar kostenfrei, allerdings von der Oberfläche gewöhnungsbedürftig

Da hätte ich mir jetzt eigentlich eine App aus dem Hause Microsoft selbst gewünscht, die zum einen den vollen Funktionsumfang bietet und ähnlich gut aufgebaut ist wie beispielsweise die HotMail-App. Vor allem kann hat man den vollen DropBox-Funktionsumfang nur dann, wenn man auch das Smartphone an die private Cloud anbinden kann.

Aber wer weiß? Vielleicht bringt Microsoft ja doch noch in naher Zukunft eine eigene Android-App heraus? Das sie es können (und gut können) haben sie mit der HotMail-Anbindung bewiesen. Bis dahin werde ich mir vielleicht mal den Cloud Explorer anschauen.

Kommen wir zur letzten Neuerung, die ich gefunden habe. Und während man bei den Android-Apps zumindest noch sagen kann: “Es gibt nun wenigstens welche” ist die dritte Neuerung eher schlechterer Natur: Die Größe des SkyDrive-Laufwerks wird von 25 auf 7 GB reduziert! Bei Neuanmeldungen generell. Bestandskunden haben – zumindest aktuell – die Möglichkeit, ein kostenloses Upgrade durchzuführen.

Da keiner weiß, wie lange Bestandskunden das Upgrade durchführen können, gilt also: Wer schon einen Account hat, sollte sich bald anmelden und sich den bisherigen Speicherplatz sichern. Dazu einfach im SkyDrive anmelden. Dort sollte dann folgender Text erscheinen:

SkyDrive2012-04-23 21h34_01

Auf den Link klicken und man kommt auf folgende Upgrade-Seite:

SkyDrive2012-04-23 21h35_09

Wie unschwer zu erraten ist auf Kostenloses Upgrade klicken. Dauert einen Moment und man hat wieder die volle Laufwerksgröße:

SkyDrive2012-04-23 21h35_26

Alle anderen – tja: SkyDrive ist jetzt kleiner geworden – oder muss kostenpflichtig erweitert werden. Immer noch 2 GB größer als DropBox, aber der Abstand ist geschrumpft.

Das ist jetzt natürlich nicht so, dass das Abendland in Gefahr ist – die meisten Anwender nutzen sowieso nur einen Bruchteil ihrer virtuellen Festplatte. Aber irgendwie ist es ein gutes Gefühl, auch mal auf etwas mehr Speicherplatz zurückgreifen zu können, wenn man muss.

Wenn man den Veröffentlichungen im Web trauen darf, soll SkyDrive im neuen Windows 8 eine wichtige Rolle spielen. Warum man jetzt den Speicherplatz reduziert, kann man nur erahnen. Wird es beim Kauf von Windows 8 zusätzlichen Speicher geben? Oder würde bei einem Roll-Out von Windows 8 der Speicherplatz bei Microsoft nicht ausreichen, um allen Windows 8-Anwendern 25 GB zur Verfügung zu stellen?

Screenshot_2012-04-24-19-58-40Die Reduzierung könnte sich daher zunächst als Bärendienst erweisen, weil damit ein Argument für einen Wechsel von DropBox zu SkyDrive (nämlich der Speicherplatz) entfällt. Die Desktop Anwendung und die Android-Apps bringen die Microsoft-Festplatte ja nur auf Augenhöhe mit Drop-Box.

Und der nächste Konkurrent – Googles GDrive – steht nicht nur in den Startlöchern – nein: Diese App ist bereits in Google Play verfügbar. Okay: Hab sie eben installiert und noch ist GDrive nicht verfügbar. Aber bald – inkl. 5 GB Speicherplatz.

War es bisher eher ruhig auf dem Markt der virtuellen Festplatten scheint sich jetzt innerhalb weniger Tage einiges zu tun …

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Ein Kommentar

  1. winston0677 sagt:

    Gibt da noch die App Skydriver

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