Google+ und Verwaltung: Social Media Guidelines

Viele Unternehmen, die sich im Web2.0 engagieren, haben welche, einige sagen, sie brauchen keine, aber vermutlich alle haben schon von ihnen gehört: Den Social Media Guidelines. Sie stellen die firmenspezifische Richtschnur für den Auftritt der einzelnen Mitarbeiter bereit, wenn diese im Namen und Auftrag des Unternehmens im Social Media-Umfeld aktiv werden. Und genau eine solche Richtschnur ist nun von der ISPRAT für die öffentliche Verwaltung als Hilfsmittel veröffentlich worden.

Über Sinn (oder auch Unsinn) von Social Media Guidelines in Unternehmen ist bereits viel diskutiert worden. Die einen sagen, dass ein solches Regelwerk ein absolutes Muss darstellt, andere halten dagegen, dass die Festlegungen entweder zu flach und allgemein gehalten werden oder die Guideline ausufert und einfach zu groß und komplex wird. Einige Beispiele zu Guidelines aus verschiedenen Unternehmen habe ich in einem früheren Beitrag verlinkt.

Im Bereich der öffentlichen Verwaltung bin ich der Meinung, dass die Erstellung von Social Media Guidelines ein K.O.-Kriterium ist, sobald die Kommune beginnt, sich im Web2.0 – und hier insbesondere in Facebook, Google+ oder Twitter zu bewegen.

Der Entschluss, in das Web2.0 einzusteigen, ist in jedem Fall ein politischer und wird in den meisten Fällen auch von der Kommunalspitze vorangetrieben. Auslöser ist hierbei häufig auch der Bürger, der von ‘seiner’ Kommune erwartet, dass sie auch – wie im privaten Umfeld – über Twitter oder Facebook ansprechbar ist oder er aktuelle Informationen auch über Google+ erfährt. Die detaillierte Ausarbeitung und Umsetzung obliegt im Anschluss jedoch der Verwaltung. Die Ausgestaltung reicht hier von einer evtl. bestehenden Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bis hin auf Sachbearbeiterebene.

Fehlende – oder ungenaue – Festlegungen, wer was in einem Twitterkanal veröffentlichen darf oder soll, wer auf Anfragen in einem Google+-Stream zu reagieren hat oder Benachrichtigungen in Facebook veröffentlicht können zu einem ungewollten Wildwuchs führen. Umgekehrt führen zu strenge Regelungen zu einer Gängelung der Mitarbeiter, was wiederum zu Frust führen kann.

Vor diesem Hintergrund hat das ISPRAT (Interdisziplinäre Studien zu Politik, Recht, Administration und Technologie e.V.) im Rahmen eines Projekts das Dokument

Social Media Guidelines – Web 2.0 in der deutschen Verwaltung

erstellt und veröffentlicht. Auf 90 Seiten wird von der aktuellen Ausgangslage, über die Begriffsbestimmungen im Web2.0 gezielt auf die Besonderheiten der öffentlichen Verwaltung eingegangen, die sich aus Aktivitäten im Web 2.0 ergeben können. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine “Musterdienstanweisung”, wie viele vieleicht denken (oder hoffen). Es ist vielmehr eine Hilfestellung für die Verwaltungsleitung, die wichtige Tipps und Hinweise für die Erstellung einer eigenen Guidelines geben sollen.

Hier der direkte Link auf die PDF-Datei auf der Website der ISPRAT.

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