CeBIT 2012: Neuer Personalausweis

Ansonsten hatte der Public Sector Parc – wie schon in den Vorjahren – aus meiner Sicht ein klares Schwerpunktthema, das man an den Ständen nahezu aller Aussteller sehen konnte: Den – jetzt eigentlich gar nicht mehr sooooo – neuen Personalausweis.

Im Zentrum – wie könnte es anders sein – die Bundesdruckerei und unzählige, mögliche Einsatzgebiete bei den Fachverfahren der Hersteller: Sichere Anmeldung hier, rechtssichere Signatur dort. Ca. 8,5 Millionen Ausweise sind mittlerweile ausgegeben worden (bis Jahresende soll diese Zahl lt. Auskunft der Bundesdruckerei auf 10 Millionen anwachsen). Aber das sagt natürlich rein gar nichts über die Akzeptanz, weil man als Bundesbürger ja keine Wahl hat Smiley – und auch rechtlich verpflichtet ist, ein amtliches Ausweisdokument (sei es der Perso oder ein Reisepass) zu besitzen.

IMG_20120309_133246_1_thumbAber gerade bei der Akzeptanz hapert es: Lt. einer Umfrage der Zeitschrift CHIP (Ausgabe 01/2012) sind 45 % dem “E-Perso” gegenüber aufgeschlossen – und 44 % nicht. Grund dafür ist meiner Meinung nach der holprige (wenn nicht sogar vermurkste) Start im November 2010: Zum einen ein (wie ich persönlich finde) übertriebener Preis von 28,80 € für Personen, die älter als 24 sind (am besten die Online-Ausweisfunktion direkt mit beantragen, sonst werden später für dieses Feature nochmal 6 € fällig). Ach so: Die Kosten für das Aufbringen eines elektronischen Signaturzertifikats sind nicht mal in der Gebührenordnung (Link) geregelt sondern “werden vom Anbieter festgelegt”. Lt. Test (Link – ist allerdings eine Info von 03/2011 – vielleicht sind die Preise zwischenzeitlich gefallen?) kostet so ein Zertifikat eines Trust-Centers zwischen 40 und 60 €. Und natürlich gilt: Kartenlesegerät nicht vergessen (sonst hilft das beste Zertifikat nix). Und auch das muss man – logo – selbst beschaffen.

Neben dem Preis hatte der Personalausweis leider auch direkt mit Problemen hinsichtlich seiner Sicherheit zu kämpfen. Zumindest marketingtechnisch ein Fiasko.

Und – eventuell als Summe der genannten Schwachpunkte – fehlt es bis jetzt an weit verbreiteten Einsatzgebieten. Mal ehrlich: Nur um sich den Weg in die Verwaltung zu sparen das ganze Zeug besorgen? Wer macht das bzw. wie oft muss man denn etwas bei seiner Kommune beantragen? Eben – das hält sich in Grenzen. Und für zwei, drei – lassen wir es vier Anträge im Jahr sein, setz ich mich doch eher ins Auto und klär das vor Ort. Oder mache es – Old-School-Like – ganz einfach schriftlich.

Aber wer weiß? Die Vielzahl der Ansätze, der möglichen Gebiete, die auf der CeBIT gezeigt wurden und in denen der neue Personalausweis zum Einsatz kommen könnte, erzeugt vielleicht nochmal einen Pusheffekt. Je mehr Verwendungsmöglichkeiten sich mit ihm verbinden, die einen echten Mehrwert für den Bürger bieten, desto mehr Menschen sagen dann “Ja, das mach ich jetzt auch. Das ist einfacher / schneller / sicherer / usw.”.

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