Meine App´s: Outlook.com

droid72225Bekanntlich hat Microsoft® seinem Web-Mail-Dienst Hotmail vor kurzem ein neues, zugegebenermaßen auch übersichtliches und aufgeräumtes Layout verpasst und gleich den Namen in Outlook.com geändert. Auch als überzeugter Google-Nutzer muss man anerkennen, dass dieser Facelift nicht nur dringend notwendig war sondern auch zu gefallen weiß.

Um so erfreulicher war es, dass Microsoft jetzt auch die Android-App in einer neuen Version veröffentlich hat. Ob die Freude berechtigt war, kläre ich in diesem Artikel …


Zur Vorgeschichte

Der Web-E-Mail-Dienst Hotmail aus dem Hause Microsoft krankte schon seit Jahren an einer mangelnden Akzeptanz, was letztendlich auch an der Benutzeroberfläche der Website lag. Hier hat Microsoft mit der Umstellung auf Outlook.com ein klares Zeichen gesetzt – und vieles (wenn nicht alles) richtig gemacht. Aber heute genügt ein guter Web-Service alleine nicht mehr: Er muss auch seinen Weg auf die mobilen Devices finden – vorzugsweise mit einer eigenen App. Der vorliegende Artikel wirft einen Blick auf beide Aspekte von Outlook.com.

Outlook.com im Web

2012-12-02_12h18_22Grundvoraussetzung für die Nutzung von Outlook.com ist – wie bei allen Online-Services von Microsoft – ein Microsoft Konto. Wer noch keins hat sollte sich auf jeden Fall einen Zugang besorgen, weil die Online-Tools in ihrer jetzigen Form durchaus sinnvoll einsetzbar sind und – dank dem Re-Design der Oberfläche – auch optisch und vor allen Dingen von der GUI top sind. Auch die Kombination Web-E-Mail, Kontakte, Kalender und der Online-Speicher SkyDrive in einer Oberfläche verfolgen den gleichen Ansatz wie die Google-Dienste.

Der Start erfolgt über den Link http://www.outlook.com/ (dort ist auch die Neu-Anlage eines Microsoft Kontos möglich).

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Nach dem Start wird die folgende Übersicht angezeigt:

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Übersichtlich, nicht überfrachtet, alle Funktionen auf einen Blick und die Optionen sind durch den von Windows 8 geprägten Stil klar für den Nutzer erkennbar. Und das Konzept zieht sich auch durch die weiteren Fenster des Webdienstes konsequent durch. Hier z.B. eine neue E-Mail:

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Da kann man nur sagen:

Gut gemacht, Microsoft.

In Teilbereichen finde ich die neue Oberfläche sogar besser (und vor allem hübscher) als die Gegenstücke aus dem Hause Google (wobei Google ja schon immer mehr für Funktion statt für Design stand & steht Smiley).

Um so neugieriger war ich auf die Umsetzung der Android App für Outlook.com. Würde Microsoft die Gelegenheit nutzen, um im Google Play Store eine Art “Trojanisches Pferd” einzuschleusen, um Android-Anhänger – zumindest durch die Hintertür – vom Metro-Kachel-Design zu überzeugen? Die Gelegenheit wäre günstig: Der Onlineauftritt weiß mit Klarheit und Usability zu überzeugen. Wo sonst könnte man für die eigene Oberfläche und die eigene Mobilfunksparte umsonst Reklame machen?

Die ‘neue’ Android-App

Screenshot_2012-12-01-12-22-40Also: Rein in den Google Play Store. Eine Bewertung von 2,1 (Stand:  02.12.2012) ist natürlich nicht gerade eine Empfehlung. Aber wer weiß? Ich habe ja vor, mir mein eigenes Bild zu machen. Und Schwups wird Outlook.com installiert: 2,4 MB wandern via WLAN auf mein Nexus 7.

Fertig: Ein neues Icon taucht auf dem Homescreen auf und da ist auch.schon der erste Hinweis auf die Kacheln vom Windows Phone. Schnell geklickt und der Anmeldeprozess startet. Ziemlich groß – es ist also keine Tablet-Version sondern “nur” eine Handy-App, die skaliert wird. Aber das ist leider noch bei vielen Android-Apps der Fall (okay: Vielleicht nicht bei brandneuen Apps, die in den Store gestellt werden – aber man kann damit leben). Erinnert stark an die alte Hotmail-Anmeldung, aber im Grunde ist das ja egal, weil man sich ja nicht so oft anmelden muss.

E-Mail-Adresse & Kennwort eingegeben – weiter – und fertig:

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Und schon ist man in der neuen Oberfläche.

Habe ich zumindest erwartet. Statt dessen sieht man die alte Hotmail-Oberfläche mit einem neuen Icon. Ob ein bisschen rumgeklickt – irgendwo muss doch was neues sein? Ja: Die Anwendung ist komplett in Englisch. Ansonsten hat man sich offenbar an einem bekannten Werbeslogan orientiert

Die Hotmail-App heißt jetzt Outlook.com – sonst ändert sich nix!

Wer es nicht glaubt, hier eine Gegenüberstellung von Hotmail- und Outlook.com-App (jeweils links Outlook.com auf dem Nexus 7, rechts Hotmail auf dem Galaxy Nexus):

Übersicht des Mail-Kontos

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Neue Email

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Fazit

Schade: Eine verpasste Gelegenheit oder ein Schnellschluss, der nicht hätte sein müssen. Die bisherige Hotmail-App war altbacken und hatte vermutlich nur wenige Freunde in der Android-Welt. Hier war die Gelegenheit, Boden wieder gut zu machen und mit einer guten Umsetzung Punkte zu sammeln. Das Ergebnis enttäuscht: Die Oberfläche ist 1:1 von Hotmail in Outlook.com übernommen worden und obendrein ist dabei auch noch die deutsche Übersetzung verloren gegangen. Die App ist nicht für Tablets ausgelegt, was kein “Muss” ist, aber auch damit hätte man ein Zeichen setzen können.

Unterm Strich finde ich die Umsetzung auf Android lieblos und obendrein eine vertane Chance. Bleibt zu hoffen, dass Microsoft dies ähnlich sieht und gegensteuert. Betrachtet man sich allerdings die Update-Intervalle der bisherigen Hotmail-App und die Reaktion auf User-Feedback, gehe ich derzeit nicht davon aus, dass sich hier in Kürze etwas ändern wird. Unverständlich ist mir, wieso man bei der Website nahezu perfekte Arbeit abliefert, während bei der Android-App so etwas heraus kommt. Offenbar ist in den Köpfen noch nicht angekommen, welches Smartphone-Betriebssystem den höchsten Marktanteil hat – und damit die meisten potenziellen Nutzer eines Dienstes.

Aber auch das hat sich gezeigt: Die Bewertung im Google Play Store mit 2,1 war berechtigt. Nix “Das-sind-doch-nur-Google-Fanboys” – die Leute, die sich die Arbeit gemacht haben, um die App zu installieren und im Anschluss enttäuscht waren, haben einfach Recht!

Trotzdem: Hier der Link auf die App im Google Play Store (für alle die, die sich ein eigenes Bild von der Anwendung machen möchten).

Weitere Artikel zu Microsoft-Apps auf Android

  • OneNote (Artikel vom 19.11.2012) – Link
  • SkyDrive (Artikel vom 05.11.2012) – Link

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