Meine App´s: OneNote von Microsoft

droid72225Bekanntlich wohnen in meiner Brust zwei Herzen: Zum einen der begeisterte Google & Android-Nutzer, zum anderen der Microsoft-Fanboy. Und darum sind Themen, die beide Welten betreffen, natürlich ideal.

Und darum kommt jetzt nach dem Review der SkyDrive-App ein genauerer Blick auf OneNote aus dem Hause Microsoft.


Wie alles begann …

Beruflich bin ich fest in den “Fängen” von Microsoft, inklusive SharePoint-Server und Office-Paket. Man kann über die Microsoft-Software denken, was man will: Der Funktionsumfang und die Bedienung sind halt top, die Dateiformate im Business ein Quasi-Standard – und eines der Office-Produkte ist OneNote.

Zugegeben: Bisher habe ich – im Gegensatz zu manch einem Kollegen – einen Bogen um diese Notiz-Anwendung gemacht. Von daher fristet das Programm auf meinem Rechner eher ein Schattendasein. Dabei ist der Ansatz, den Microsoft damit verfolgt, nicht schlecht: Das im Office-Paket enthaltene Programm soll dem Anwender die Möglichkeit geben, Notizen unterschiedlichster Art zu erfassen und vorzuhalten. Die so erstellten Einzelnotizen, die von privaten Erinnerungen über Notizen eines Meetings bis hin zu losen Stoffsammlungen reichen können, lassen sich sofort oder später in Notizbücher zusammenfassen.

Ergänzt werden die dateibasierenden Notizen/Notizbücher der Office-Anwendung durch die Möglichkeit, die OneNote-WebApp in SkyDrive zu nutzen und die Daten in der Cloud zu speichern. Und zusätzlich ist Microsoft über den eigenen Schatten gesprungen und hat auch eine App für Android veröffentlicht.

Einen schnell Blick hatte ich schon im Februar diesen Jahres auf diese App werfen können (siehe Blog-Artikel vom 16.02.2012 – Link). Damals noch auf meinem Motorola Milestone, auf dem das Programm nicht wirklich überzeugen konnte.

Da ich mich aber zwischenzeitlich von Evernote verabschiedet habe, habe ich mich zu einem zweiten Blick entschieden …

OneNote im Web

Wie bei SkyDrive ist einer der Hauptvorteile bei den Office-Web-Apps, dass diese – bei reduziertem Leistungsumfang – kostenfrei verfügbar sind und genutzt werden können. Ferner ist OneNote perfekt in SkyDrive integriert: Notizen können über die SkyDrive-Oberfläche angelegt und Bearbeitet werden, man kann von unterwegs darauf zugreifen und – wenn man die Desktop-Version sein Eigen nennt – Notizen auch mit der Office-Version von OneNote aus SkyDrive heraus öffnen.

Seine Stärken kann OneNote dann ausspielen, wenn man tatsächlich alle drei Komponenten gemeinsam nutzt. Und in einem solchen Szenario bietet die Notizfunktion von Microsoft auch Vorteile gegenüber Evernote. Evernote mag am Smartphone einfacher zu bedienen sein (einer der Gründe, warum ich es lange genutzt habe). Aber gerade umfangreichere Notizen, zum Beispiel aus Meetings, sind in OneNote besser zu erfassen. Nutzt man nun für mobile Kurznotizen auch OneNote, hat man alle Informationen (umfangreiche und einfache Notizen) in einer Anwendung – und das sowohl mobil, im Web oder auf dem Desktop. Da tut es auch nicht mehr soooo weh, dass Evernote auf dem Smartphone die eine oder andere Zusatzfunktion bietet.

Doch zurück zu OneNote im Web: Hat man einen SkyDrive-Account (siehe Artikel vom 05.11.2012) kann man über die Kacheloberfläche des Webinterface ganz einfach neue Notizen anlegen.

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Natürlich ist der Funktionsumfang der WebApp – im Vergleich zur Desktop-Version – eingeschränkt. Wobei – eingeschränkt ist immer ein relative Einschätzung. Klickt man sich durch die einzelnen Menüs, stellt man fest, dass die Anwendung die wesentlichen Grundfunktionen bereit hält.

Hier ein Beispiel für verschiedene Formatierungsoptionen anhand einer Test-Notiz:

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Nachfolgend eine schnelle Übersicht des Menübandes.

Das Menü Datei: Hier sind die meisten Formatoptionen untergebracht.

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Das Menü Einfügen: Hier kann man – innerhalb der Notiz – neue Seiten einfügen, eine Notiz in  Abschnitte teilen, Tabellen, Bilder, Cliparts aus dem Hause Microsoft und Hyperlinks einfügen.

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Das Menü Ansicht: Hier kann zwischen der Bearbeitungsansicht (Standard) und einer reinen Leseansicht gewechselt werden. Zusätzlich stehen – bei der gemeinsamen Bearbeitung an Notizen – eine Autorenansicht erden und eine spezielle Ansicht über die bisherigen Versionen der Notiz zur Verfügung.

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2012-10-28_19h57_15Sind die einzelnen Funktionen gegenüber der Desktop-Variante hier und da eingeschränkt, überrascht der Umfang des Menüpunktes Tag:

Hier hat Microsoft offenbar nicht geknausert und stellt eine Umfangreiche Sammlung von Tags zur Auswahl. Diese können bei Bedarf auch individuell angepasst werden.

Desktop-Version von OneNote

Auf die Desktop-Version will ich hier nur kurz eingehen – und auch nur einen Punkt beleuchten: Die Möglichkeit, auf die in SkyDrive gespeicherten Notizen zuzugreifen.

Klickt man in SkyDrive auf die Schaltfläche In OneNote öffnen, startet – sofern installiert – die lokale Anwendung. Nach Eingabe der Login-Daten für SkyDrive kann dann direkt auf die Notiz in der Cloud zugegriffen werden.

Hier die Beispiel-Notiz aus SkyDrive in der lokalen Anwendung.

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Und nun: Zur Android App

Die Download-Größe der kostenfreien App ist mit 7 MB angegeben. Nach der Installation schlägt sich das mit satten 18,7 MB auf meinem Samsung Galaxy Nexus nieder (da hat Microsoft – gegenüber meinem ersten Test im Februar – sich noch mal 4 MB mehr vereinnahmt).

Der erste Start erfolgt microsoft-typisch: Office-Begrüßungsschirm – und schon kommen die Nutzungsbedingungen.Smiley

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Der nächste Schritt ist die Anmeldung an SkyDrive. Dadurch wird der Speicherplatz in der Microsoft-Cloud für die Anwendung erschlossen.

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Und schon kann das muntere Erfassen von Notizen los gehen. Der Funktionsumfang ist – das muss man berücksichtigen – in der mobilen Variante stark eingeschränkt. Und das ist dann auch das Manko gegenüber Evernote: Von den dort verfügbaren Optionen kann man bei OneNote nur träumen. Umgekehrt muss man sich die Frage stellen: Brauch ich dieses “Mehr” an Funktionalität?

Was kann man also machen?

  • Text eingeben (logo)
  • Numerische Aufzählungen einbinden
  • Punkt-Aufzählungen einbinden
  • “Abhak-Kästchen” einbinden (finde ich ein nettes Feature für To-Do-Listen)
  • Fotos einbinden (entweder Fotos machen oder aus der Galerie übernehmen)

Das wäre es eigentlich schon. Kurz und knapp.

Hier wieder ein Beispiel für eine Notiz:

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Links die verfügbaren Optionen der Online-App, rechts die gleiche Notiz, nachdem diese in den WebApps bearbeitet wurde. Was direkt auffällt: Einige Zusatzformatierungen werden in der mobilen App dargestellt (z.B. unterstrichen oder gelb markierte Passagen). Andere werden offenbar ignoriert (z.B. Fett). Hier sehe ich eindeutig noch Luft nach oben, da zumindest die Darstellung der erweiterten Formatoptionen möglich sein sollten.

Zum Schluss noch der – ebenfalls übersichtliche – Konfigurationsdialog und die Auswahl beim Aufruf der Foto-Funktion.

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Fazit

In dem oben dargestellten Szenario, sprich: Nutzung von OneNote in der Desktop-, Web- und Mobilversion kann die Anwendung durchaus überzeugen und bietet echten Mehrwert, da alle Notizen in einer Anwendung (und einem Speicherplatz) zusammengefasst werden und dem Anwender so immer und überall zur Verfügung stehen. Das ist für mich dann auch das ausschlaggebende Argument: Sobald ich mein Nexus 7 habe, wird OneNote die Anwendung werden, die ich bei Meetings oder ähnlichem nutzen werde. Von daher ein klares “Empfehlenswert” von mir.

Hat man ein anderes Nutzerprofil, will zum Beispiel unterwegs komplexere Notizen erfassen, muss man ehricherweise sagen, dass OneNote nicht die erste Wahl ist und man dann Evernote & Co. eine Chance geben sollte.

Screenshot_2012-11-04-08-48-57Ach so: Der ganze Spaß ist nur bis zu max. 500 Notizen kostenfrei. Danach muss man die Anwendung via In-App-Kauf bei Microsoft erwerben. Kostenpunkt (derzeit): 3,99 €. Aber dafür muss man ja auch erst mal 500 Notizen erfassen. Ob das jetzt viel oder wenig Geld ist, werden ich wissen, wenn ich die 499zigste Notiz gespeichert habe & mich fragen muss, ob ich die App weiter nutzen will oder nicht. Smiley

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich ja selbst ein Bild von der App machen: Hier der Link auf den Google Play Store.


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