Meine App´s: SkyDrive App von Microsoft

droid72225Der Microsoft Online-Dienst SkyDrive war schon öfter Thema in meinem Blog. Und schon im September 2011 gab es die ersten Gerüchte, dass man in Redmond plant, eine eigene App im Google Play Store zu veröffentlichen. Einige Zeit ist nun vergangen, der SkyDrive-Dienst ein Facelift erhalten – und es gibt tatsächlich eine Android-App für den Zugriff auf SkyDrive!

In diesem Artikel habe ich mir Dienst und App einmal genauer angeschaut.


Wie alles begann …

Wer meinem Blog schon etwas länger folgt, wird wissen, dass dieser ursprünglich auch bei Microsoft selbst gehostet war. Das Ganze lief damals unter dem Namen Spaces, ist dann allerdings eingestellt worden. Voraussetzung für die Nutzung von Spaces war eine Windows-Live-ID. Die gibt es heute zwar auch nicht mehr, aber sie ist lediglich umbenannt worden und nennt sich nun Microsoft Konto.

Aber egal ob Windows-Live-ID oder Microsoft Konto: In beiden Fällen handelte und handelt es sich um die “Eintrittskarte” zu den Online-Diensten von Microsoft. Und mit dieser Eintrittskarte hatte ich schon sehr früh Kontakt mit SkyDrive.

Über die Jahre habe ich SkyDrive hauptsächlich für die Speicherung von  Fotos und Alben verwendet. Diese konnten dann auch z.B. in WordPress-Blogs eingebunden und so veröffentlicht werden.

In der Anfangsphase hatte der Dienst ein ziemliches Manko: Es konnte nur von Personen genutzt werden, die ebenfalls eine Windows-Live-ID besaßen. Das schränkte die Anzahl der Besucher damals natürlich erheblich ein. Offenbar hat aber auch Microsoft über die Jahre gelernt und erkannt, dass man Anwender damit nicht unbedingt für einen Dienst begeistern kann. Und so ist das Teilen von Fotos nun kein Problem mehr.

Es ist anzunehmen, dass mit dem Rollout von Windows 8 der Onlinedienst SkyDrive weiter gepusht wird, da – zumindest dem Vernehmen nach – SkyDrive als primärer Cloudspeicher integriert sein wird.

SkyDrive im Web

SkyDrive war in den vergangenen Monaten – zusammen mit Google Drive und DropBox, um nur zwei zu nennen – das Thema im Netz. Innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne haben alle großen Player ihre Cloudspeicher modernisiert und erweitert. So auch Microsoft.

Obwohl bekennender Google-Fan muss ich zugeben, dass die neue Oberfläche “griffig” erscheint: Übersichtlich, aufgeräumt – einfach gut zu bedienen. Das Kachel-Design erschließt sich – auch wenn man kein Windows-Phone besitzt – direkt und ist selbsterklärend.

Geblieben ist die Anmeldung mit einer Windows-Live-ID, ähem – dem Microsoft-Konto. Und damit einem die Anmeldung leichter fällt, bekommt man als “Quasi-Rundum-Sorglospaket” folgenden Funktionsumfang:

  • SkyDrive mit 7 GB Datenvolumen
  • Integrierte Office-Web-Apps (Word, Excel, PowerPoint)
  • Outlook.com-Account (das gute, alte Hotmail in neuem, schicken Gewand)
  • Einen Kalender
  • Eine Kontaktverwaltung

Abgerundet wird das ganze durch ein kleines Programm, dass auf dem Desktop-Rechner installiert werden kann und für die Synchronisation von lokalen Ordnern mit dem Cloudspeicher sorgt. Hier fehlt SkyDrive lediglich noch ein Linux-Client, den die anderen Cloud-Dienste schon bereitstellen.

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Insgesamt (und für lau) muss man sagen: Das ist nicht schlecht. Nicht einmalig, weil Google das schon früher den Anwendern zur Verfügung gestellt hat. Aber nach dem Facelift und mit dem aktuellen Funktionsumfang ist der Onlinedienst aus meiner Sicht zumindest ebenbürtig. Leider habe ich vor kurzer Zeit erst den “Umzug” auf Google Drive & Co. vollzogen, sonst wäre auch ich ins Grübeln gekommen. Aber so werde ich wohl vorerst mit meinen Dokumenten und Fotos bei Google bleiben (auch wenn ich dort deutlich weniger Speicherplatz zur Verfügung habe – im Moment reicht es aber noch).

Mein Tipp: Wer noch keinen Account bei Microsoft hat – anlegen und einfach mal reinschnuppern. Zwar erhält man beispielsweise mit den Web-Apps bei weitem nicht den Funktionsumfang einer Office-Suite. Aber SkyDrive kann sich in jedem Fall mit Google messen.

Interessant (war) eine Anmeldung vor allem für Anwender, die schon eine “alte” Windows-Live-ID hatten. Meldete man sich in der Übergangsphase an, erhielt man statt der 7 GB satte 25 GB! Und das ist eine Größenordnung, bei der Google und DropBox passen müssen (zumindest dann, wenn man kostenfrei bleiben will).

Und nun: Zur Android App

Lange hat es gedauert, lange hat sich Microsoft geziert – aber jetzt ist sie endlich verfügbar: Die SkyDrive-App aus dem Hause Microsoft. Zwischenzeitlich gab es einige Drittanbieter, die ähnliche Funktionen bereitgestellt haben, aber diese hatten auch den einen oder anderen Nachteil.

Die App von Microsoft mit der Versionsnummer 1.0 ist kostenfrei im Google Play Store erhältlich und die Downloaddatei gerade mal 3 MB groß (Link).

Bei ersten Start muss man sich mit seinem Windows Konto und dem Kennwort anmelden, hat dabei aber die Möglichkeit, die Logindaten zu speichern. Und danach ist man auch schon in der Cloud.

Die App orientiert sich – was nicht ungewöhnlich ist – am Kacheldesign von Windows Phone 7, was jetzt kein Manko ist, da ich diese Oberfläche auch nicht schlecht finde. Der Funktionsumfang der App ist allerdings auf die reine Ordner- und Dateiverwaltung beschränkt.

  • Man kann – nach der ersten Synchronisierung, die man in jedem Fall via WLAN machen sollte – auf den gesamten Inhalt des Cloudspeichers zugreifen
  • Funktion zum Upload von Dateien vom Smartphone oder Tablet
  • Teilen von Ordnern oder Dateien via E-Mail-Link-Freigabe.
  • Senden von Dateien mit Hilfe von anderen Apps auf dem Smartphone (setzt aber einen vorherigen Download voraus)

Im Großen und Ganzen war es das auch schon. Was mir aufgefallen ist: Die Synchronisation mit dem SkyDrive-Inhalten, die als Thumbnails angezeigt werden, dauert – trotz WLAN – ziemlich lange.

Hier ein paar Printscreens der App in Aktion:

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Zusätzlich klinkt sich SkyDrive auch in den “Senden an”/Teilen-Dialog von Android ein: So kann man z.B. auch rasch aus der Galerie ein Foto in den Cloudspeicher übertragen.
Um auf die Mailfunktion von SkyDrive zugreifen zu können, muss man weiterhin auf die Hotmail-App von Microsoft setzen. Das ist aber normal, da z.B. auch Google die verschiedenen Dienste mit unterschiedlichen Apps – GMail, GDrive – ansteuert. Könnte mir aber vorstellen, dass auch bei Hotmail an einer neuen Version gearbeitet wird, die dann gleichfalls eine aufgeräumtere Oberfläche á la Kachel-Design bietet.

Fazit

Insgesamt kann man die SkyDrive-App als gelungen bezeichnen. Zwar fehlt es hier und da noch an Funktionen (z.B. kann ich derzeit keinen Dateien umbenennen). Aber über solche Kleinigkeiten kann man bei einer 1.0er-Version hinwegsehen.

Ob ich in Zukunft mehr mit SkyDrive arbeiten werde, weiß ich noch nicht. Irgendwie fühlt sich DropBox doch – mhm – heimeliger an, obwohl der Funktionsumfang vergleichbar ist. Da spielt bestimmte der Gewöhnungsfaktor eine große Rolle, da ich DropBox schon länger nutze. Vermutlich wird es vielen Anwendern so gehen. Das lange Zögern von Microsoft, eine Android-Version zu veröffentlichen, war vermutlich der Firmenstrategie geschuldet – aber zufriedene Nutzer jetzt zu einem Umzug auf SkyDrive zu bewegen, wird meiner Meinung nach schwierig werden, da der Dienst (zumindest im Moment) zwar ebenbürtig ist aber außer mehr Speicher keine direkten Vorteile bietet. Ob die Karten nach der Veröffentlichung von Windows 8 neu gemischt werden müssen, bleibt abzuwarten (dauert ja auch nicht mehr lange).

Wer noch keinen Onlinespeicher besitzt, für den lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf SkyDrive.

Rückblick

Folgende Artikel sind zum Thema SkyDrive bereits in Winni-Blog erschienen:


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